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Post aus Kashgar!

Eine E-Mail aus China bekommt man nicht jeden Tag, und das ist ohnehin schon spannend. Diese kam aber von Claudia Hildenbrandt – und die ist seit April mit ihrem Freund Daniel Mathias auf Weltreise. Sie schrieb uns also von ihrer fünften Etappe. Los ging’s im April im Iran – oder zunächst eher nicht wirklich los, weil Daniel gleich am Flughafen in Teheran festgenommen wurde – sein Pass schien nicht den Vorschriften zu entsprechen. Doch schließlich geht’s wirklich los: Turkmenistan & Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan und Kasachstan waren die Stationen, die sie bislang machten – bis China etwa 6.500 Kilometer! Auf ihrer Internetseite kann man die beiden Abenteurer verfolgen.

Der aktuelle Beitrag erzählt vor allem über China – auch in fantastischen Bildern. Und dort stellt sich heraus, dass eine Weltreise nicht nur Genuss und etwas Anstrengung bedeutet – abgesehen von Parasiten, die man sich einfangen kann und anderen körperlichen Schwierigkeiten … Jedenfalls erleben die beiden nicht nur die Schönheit der Natur die man von einer Weltreise erwartet und vielen Entdeckungen dazu, wie fremde Völker leben; sie machen auch die Erfahrung, dass andere Länder nicht grundsätzlich auf Reisende warten und ihnen gelegentlich auch Knüppel zwischen die Beine respektive vor die Räder werfen. So dauert die Einreise nach China einen ganzen Tag, die ersten 150 Kilometer müssen im Auto zurückgelegt werden, da in diesem Grenzbereich nicht mit dem Fahrrad gefahren werden darf. Das Land der Uiguren, durch das sie dann radeln, wurde von Peking in den letzten Jahrzehnten zwangs-hochgepäppelt. Da seine Bewohner aber die muslimische Minderheit stellen und auch sonst nach chinesischen Maßstäben eher rebellisch sind, ist die Polizei überall gegenwärtig und versucht zu gängeln, wo sie nur kann. Die Altstadt von Xinijang wurde praktisch neu aufgebaut – „mehr oder weniger authentisch“ meint Claudia. Und mit seinen jetzt breiten Straßen und übersichtlichen Plätzen ist sie für den Chinesischen Herrschaftsapparat gut überschaubar. Aber natürlich haben die Uiguren durch den Umzug in moderne Wohnungen auch Lebensqualität gewonnen, erkennen die Reisenden.

Wir finden es klasse, wie authentisch und hautnah Claudia im Blog das Wahrgenommene und ihre Erfahrungen schildert. Hier geht’s eben nicht nur darum, zu zeigen, dass die Welt wunderschön ist – sie kann dazu auch noch ganz anders sein, und diese Erfahrung ist ebenfalls wichtig. Schließlich geht’s einem Weltreisenden darum, die Welt kennenzulernen, nicht die Scheuklappen seiner eigenen Vorstellungen durch ein unbekanntes Land zu retten.

Warum wir ein Update von den beiden bekommen? Weil wir die beiden mit Rädern unterstützt haben. Für eine solche Expedition musste es natürlich das Terra sein, unser klassisches Fernreiserad aus Stahl. Damit ist das Paar nun um die 6.500 Kilometer gen Osten gefahren. Und bestens zufrieden, soweit wir wissen.

Schon vor Jahren waren sie auf Weltreise: Indien, Nepal, Myanmar, Neuseeland, Peru – um nur ein paar Stationen zu nennen. Doch gings zu Fuß und mit Rucksack durch die Welt. Dass die beiden 27 beziehungsweise 33 Jahre alten Thüringer zu Fahrrad-Abenteuerern wurden, ist eher Zufall: Sie lernten auf ihrer ersten Weltreise zwei Radtouristen kennen, die Claudia bald wegen ihrer anderen Mobilität beneidete. So wurde schon auf der ersten die Basis für die zweite Weltreise gelegt. Natürlich haben die beiden viele Erfahrungen der ersten Reise nutzen können. Außerdem haben sie Workshops belegt und sich in Sachen moderner Fahrradtechnik weitergebildet, um die Fahrräder selbst warten zu können. Da sie mit 14-Gang-Rohloff-Schaltnabe und Scheibenbremsen unterwegs sind und auch sonst auf wartungsarme Ausstattung Wert gelegt haben, gibt es bislang kein Problem – zumindest mit den für sie maßgeschneiderten Rädern selbst. Denn schon die Iraner interessierten sich brennend für die Terras, wollten unbedingt selbst mal fahren – bis einer von ihnen damit stürzte. Zum Glück ist nicht viel passiert, aber „seitdem haben alle außer uns Fahrverbot auf unseren „Heiligtümern“, auch wenn das manchmal spießig klingt“, schreibt uns Claudia. Ein anderer Kniff, um die wichtigen Fahrzeuge zu schützen: Wenn die beiden nach dem Preis der Bikes gefragt werden, sprechen Sie von einem Geschenk der Eltern – schließlich will man keine Diebe anlocken.

Weil sich die Übersetzung der 14-Gang-Schaltung als immer noch zu lang für die steilsten Rampen dort erwies – schließlich haben die beiden ordentlich Gepäck auf den Trägern -, bekamen die beiden Abenteuerer von uns Ritzel für eine kleinere Übersetzung nach Bischkek in Kirgisistan zugeschickt. Ansonsten ist alles wie bei Übergabe – auch schön, oder? 

Der Blog zu den beiden Reisen zeigt die schönsten Bilder – ansehen!

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