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Per Patria durch Marokko: Kein gutes Land für Frauen?

Licht von innen: Das Zelt der Radreisenden, davor die Patria-Reiseräder. Bild: Daniel Mathias

Über einen kurzen Abstecher nach Spanien – nach vollen zwei Jahren sind unsere Patria-Reisenden zum ersten Mal wieder kurz in der EU – geht es mit der Fähre nach Marokko. Und schon fühlen sich Daniel und Claudia wieder „heimisch,“ wie sie schreiben: Im Gegensatz zum meist grummeligen Europa, das sie gerade wieder erlebt haben, werden sie in Nordafrika nicht nur freudlich wahrgenommen, sondern überall freudig willkommen geheißen. So, wie sie es fast überall auf der Weltreise bisher erlebt haben. Claudias Halstuch wird zum Kopftuch umfunktioniert – die erfahrenen Radreisenden wissen: Wer sich an die Gebräuche und Sitten anpasst, bekommt nicht nur Respekt, sondern auch mehr Nähe zur Bevölkerung.

In der sagenumwobenen Hauptstadt Fes erleben sie das, was ein amerikanischer Tourist mit „like a fairytale“, also „wie im Märchen“ beschreibt. Bazars voller Farben, laute Preisverhandlungen, Teppichhändler und die Gerüche von Marihuana und gebrannten Mandeln und viele würzige Aromen mehr.


Der Markt in Fes – wie bei 1001 Nacht. Bild: Daniel Mathias

Aber gleich neben den Märkten nehmen sie auch die Armut wahr; die Altstadt von Fes ist dort, wo die Touristen nicht hinkommen, eher ein Elendsviertel. Die beiden Patria-Radler nehmen Kontakt auf mit der Bevölkerung und gucken hinter die Fassaden, die den westlich geprägten Besucher empfangen. Hohe Arbeitslosigkeit, geringe bis keine soziale Absicherung und eine Festlegung auf Geschlechterrollen, die Claudia sehr beschäftigt. Und wie wir es in ihren früheren Bereichten kennen, gibt sie ihre Beobachtungen durch den journalististen Blick klar und sorgfältig wieder. Sie erzählt von Gesprächen mit Frauen, die nicht mit Männern reden oder Cafés besuchen dürfen. Und von den jugendlichen Männern, die zwar vieles dürfen, aber deren größter Traum es ist, Arbeit zu haben, wie wir sie kennen. Mit einem Einkommen, das eine Familie ernährt.

Der 17-Jährige, mit dem sie sich lange unterhalten, wird vielleicht studieren – dass er sein Studium später einmal für den Beruf nutzen kann, glaubt er nicht. Viele seiner studierten Freunde arbeiten in Lokalen oder halten sich mit Jobs über Wasser.

Dabei bekommen wir natürlich auch von Marokko wieder sehr eindrückliche Bilder von Daniel präsentiert – das Kamel, das aus dem Laden herausguckt, die Farbenpracht in der „Blauen Stadt“ oder der Gewänder der Menschen auf dem Markt …

Klare Geschlechterrollen: Marokkaniche Frauen beim Essen. Bild: Daniel Mathias

Reisen ist nich nur staunen, es ist auch offen sein, um wahrzunehmen und zu lernen. Das zeigen uns die beiden wieder einmal sehr deutlich. Und mit dem Reiserad kann man das oft noch intensiver.
Wer die sehr gelungene Geschichte von Claudia lesen und in Daniels Bilder schwelgen will, der kann dies wieder auf ihrem Blog tun. Es lohnt sich, wie immer.


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