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„Auf dem Rad ist kein Tag gleich!“

Wasch- und Flicktag in Kirgistan. Foto: Daniel Mathias

Wir haben unsere Patria-Radreisenden Claudia Hildebrandt und Daniel Mathias kurz nach Ihrer Weltreise interviewt. Insgesamt 32.000 Kilomter haben sie auf zwei Patria Terra zurückgelegt. Die persönlich schönsten Erlebnisse, die brenzligsten Situationen ihre besten Tipps für Rad-Fernreisende oder solche, die es werden wollen, haben wir hier zusammengestellt.

„Wie ist es jetzt wieder zuhause zu sein?“, wollten wir wissen.

„Erst mal es anstrengend“, meint Claudia – „den Alltag hier wiederherzustellen und sich hineinzufinden. Über unsere Reisen reden wir momentan ganz wenig. Dazu haben wir gerade keinen Bedarf.“

Habt Ihr euch bei der Reiseroute an die Planung gehalten?

„Wir mussten uns praktisch dran halten – zum einen wegen des Wetter, denn natürlich muss man den Jahreszeiten entsprechend planen“, so Claudia. Und Daniel ergänzt: „Außerdem muss man ja frühzeitig Visa beantragen und ist dann festgelegt. Auch der Zeitpunkt der Heimkehr war fix“, so Claudia, die jetzt mit ihrem Lehramtsstudium beginnt. Nur die Stippvisie nach Marokko, ganz am Schluss ihrer Reise, war eigentlich so nicht geplant. “

Was waren eure schönsten Erlebnisse?

„Zu allererst die Gastfreundschaft“, schießt es aus Claudia heraus. „Es war uns gar nicht bewusst, dass ohne diese Anteilnahme der Einheimischen so eine Reise eigentlich gar nicht möglich wäre.“ Und die beiden erzählen vom tagelangen Kampf gegen die Stürme in Pataongien. „Wenn da nur ein gutes Wort von den Leute kommt, oder sie dir Wasser schenken – das gibt dir wieder so viel Kraft“, so Claudia. Und natürlich die Erfahrung, dass man auch in den einfachsten Hütten willkommen ist. „Wir haben ein neues Urvertrauen aus der Reise gezogen“, bestätigt auch Daniel. Nie hätten sie mit den Menschen, die sie trafen, schlechte Erfahrungen gemacht. „Uns wurde immer geholfen. An jedem Tag gibt es tolle Momente, und im nächsten Augenblich verzweifelst du vielleicht“, sagt Daniel. „Da kämpft man sich in den Anden mit Bronchitis und Fieber auf einen der höchsten Pässe der Welt, und ist einfach nur am Ende, und wenige Meter später, auf der Höhe, hast du plötzlich die spektakulärste Aussicht die es gibt. Das war so schön, dass ich geheult habe“, erinnert sich Claudia.

Mitten im Tiefsten Grün in Kanada. Bild: Daniel Mathias.

… und die schlimmsten?

„In China wurden wir mal von der Polizei abgeholt“, erzählt Claudia. „Und zu sehen, wie die Menschen unterdrückt werden …“ Daniel hatte in Tailand schwer mit Darmparasiten zu kämpfen. Auch das bedeutet Reisen ohne Netz und doppelten Boden.

Wie kommt man den Menschen so nah wie ihr?

„Das geht nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß“, ist sich Claudia sicher. „Und man muss die Leute so nehen, wie sie sind“, ergänzt Daniel. „Man klopft ja an die Tür und weiß nicht, wer sich dahinter verbirgt …“ Schließlich merkten die beiden in Marokko, dass die Reise auch innerlich zuende ging – wir haben nicht mehr viel angenommen. „Wenn wir nicht mehr neugierig sind, ist es höchste Zeit, zurückzukommen …“

Ist ein Rad nach Maß wie euer Patria wichtig für die Reise?

„Ich bin kein Experte“, sagt Daniel zurückhaltend, „aber man merkt schnell, dass man viel ermüdungsfreier fährt. Die Komponenten passen genau zu dir, du hast keine Fehlhaltung und viel höheren Komfort. Wenn ich jetzt dagegen wieder mit meiner Stadtschleuder fahre …“ lacht er. „Uns war wichtig, dass das Rad sehr robust ist. Wir haben auch Reisende mit schlichten, billigen Rädern getroffen. Da muss man sehr viel Zeit zum Reparieren mitbringen …“

Gab es Probleme mit den Rädern?

„Ein Nabendynamo ist durchgebrannt. Es stellte sich heraus, dass es ein Produktionsfehler beim Dynamo-Hersteller war; er schickte uns einen neuen. Wir hatten Glück – unser Radmechaniker hat damals gerade in einem nahen Ort Urlaub gemacht, der konnte den Ersatz-Dynamo einspeichen. Ansonsten gab es minimalen Verschleiß – Bowdenzüge mussten ausgetauscht werden. Wir hatten keinen einzigen Speichenbruch und nur 16 Plattfüße – auf den letzten 8.000 Kilometern übrigens keinen einzigen mehr!“

Und was ist das wichtigste Zubehör – neben dem Rad?

„Ein guter Schlafsack und ein gutes Zelt!“ meint Claudia. Und Daniel bestätigt: „Wer daran spart, kann bestimmte Strecken gar nicht erst fahren – das kann richtig gefährlich werden! Ein trockene, saubere, warme und sturmfeste Schlafstätte, das ist die halbe Miete!“

Wer jetzt nochmals Lust bekommen hat, die Reise der beiden in Wort und Bild nachzuerleben, kann das hier machen. Und noch mehr praktische Tipps gibts in dem in Kürze erscheindenden Buch mit Reise Know-How der beiden. Wenn es soweit ist, gibt’s sicher einen Hinweis auf der Internetseite.

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