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Von Bruchköbel (Hessen) bis Kathmandu

Im Mai ging es für Steffi und Frank auf große Fahrt: Mit Mut, Abenteuerlust und zwei hochwertigen Reiserädern (Patria Terra), radelten die beiden durch zehn Länder, so kamen über 8.500 Kilometer und mehr als 50.000 Höhenmeter zusammen.

„Ein Leben ohne Terminkalender, ohne Zeitdruck und Stress…“

Die Route: Frank (54) und Steffi (43) starteten direkt vor der Haustür in der Nähe von Frankfurt am Main und fuhren über den Main-Radweg und die romantische Straße zunächst ins Allgäu, dann weiter nach München und von dort aus via Isar Radweg auf den Donau Radweg, immer den Fluss entlang bis Passau, Wien, Bratislava, Budapest, Novi Sad, Belgrad, Russe, Bukarest, nach Constanza, auf dem EuroVelo6 Radweg. Von Constanza aus radelten die beiden die Küste am Schwarzen Meer entlang bis in die Türkei nach Istanbul, weiter nach Ankara, Kappadokien, Zentral- und Ostanatolien bis zum Van See (größter See der Türkei). Dann überquerten sie die Grenze zum Iran. Sie durchfuhren das Land im Zick-Zack von Nord nach Süd mit Zwischenstopps in: Tabriz, Sanandaj, Isfahan, Yazd, Kerman, die Kaluts in der Wüste Lut, Shiraz und erreichten dann die Hafenstadt Bandar-e Lengeh im äußersten Süden des Iran, direkt am Meer. Über das Arabische Meer nahmen Steffi und Frank die Fähre nach Dubai.

Seltener Anblick auf iranischen Straßen: Ein Radfahrer (Frank) radelt von Shiraz nach Bandah-Lengeh

Im Dezember ging es für eine kurze „Auszeit von der Auszeit“ zurück nach Deutschland. Unsere Chance die beiden Weltenradler nach Ihren Erlebnissen zu fragen:

Welche Erlebnisse haben Euch besonders beeindruckt bzw. hallen immer noch nach?

Steffi: „Da gab es jede Menge. Natürlich die Reise im Ganzen: die Freiheit, ein Leben ohne Terminkalender, ohne Zeitdruck und Stress. Ich liebe Berge und Wüsten und konnte mich gar nicht satt sehen. In der Türkei war es richtig toll. Auch Iran ist landschaftlich einmalig, nur durch den vielen Verkehr und den damit verbundenen Lärm und Smog oft nicht ganz so genussreich.“

„Ständig wurden wir eingeladen.“

„Besonders beeindruckt hat mich die Gastfreundschaft in der Türkei und Iran. Ständig wurden wir eingeladen. Und wenn wir mal kein Hotel gefunden haben, war es schon fast selbstverständlich, dass wir irgendwo aufgenommen wurden – und dann natürlich auch immer reich bekocht. Oft mussten wir gar nicht fragen, die Leute sind uns sogar einige Male hinterhergefahren, um uns zu sich nach Hause einzuladen!“

Isfahan: Perle in Persien

„Es war auch immer faszinierend, wie gut man sich mit Menschen aus allen Ländern mit Zeichensprache verständigen kann. Es ist eben doch einfach, auch ohne eine gemeinsame Sprache aufeinander zuzugehen. Und dass sich die Menschen überall auf der Welt trotz aller kultureller, sprachlicher Unterschiede und manchmal sogar gegensätzlichen Wert- und Moralvorstellungen eigentlich alle das Gleiche wünschen vom Leben: ein sicheres Zuhause, gutes Essen, Familie und Freunde treffen, auch mal verreisen.“

Steiler Anstieg, tolle Aussicht: „Eisernes Tor“ in Serbien

Und Frank ergänzt: „Neben der tollen Landschaft in der Türkei und Iran war ein Highlight des Donau-Radweges das „eiserne Tor“. Das war wirklich toll, vor allem, da wir uns den Ausblick auch hart erarbeiten mussten. Kurz darauf ging es auch schon über die bulgarische Grenze, gemeinsam mit einem spaßigen österreichischen Radfahrer der, auch mit dem Ziel Schwarzes Meer, sich uns spontan anschloss. Zwei Tage mit gefühlt unendlichen Steigungen waren wir zusammen unterwegs, haben literweise geschwitzt und zum Erhalt der Körperflüssigkeit auch so einige gemeinsame Bierchen in unsere durstigen Radlerkehlen fließen lassen. Ich glaube, nur so haben wir diese Anstiege und vielen Tageskilometer überstanden!“

Warum habt Ihr Euch für Patria Räder entschieden?

Frank: „Die seit Jahren bekannte Qualität der Patria Räder hat mich überzeugt. Nach fast 10.000 km sind die Fahrräder in einem technischen Zustand wie am ersten Tag. Da knackt nichts, da quietscht nichts, da klappert nichts. Auch die Fachberatung des lokalen Patria Händlers Fahrradladen Mauer sucht seines gleichen.“

„Da knackt nichts, da quietscht nichts, da klappert nichts.“

Steffi: „Patria war die einzige Firma, die uns die Räder so zusammengestellt hat, wie wir sie uns vorgestellt haben. Die vielen Welten-Radler, die von ihren Patria-Rädern begeistert sind, haben uns zusätzlich überzeugt. Und ich fand es super, dass ich mir sogar die Farbe aussuchen konnte. Mit einem blauen Fahrrad zum Mount Everest zu radeln. Ein Traum!!!“

…nur fliegen ist schöner als Radfahren!

Welcher Streckenabschnitt wurde zu einer besonderen Herausforderung?

Steffi: „Irgendwie hatte jeder Abschnitt seine eigenen Herausforderungen. Obwohl die Türkei von den Höhenmetern schon sehr anspruchsvoll war. Trotzdem gab es unangenehmeres: am Schlimmsten empfand ich die Mückenplage am Donau-Radweg. Nachdem es die ersten Wochen unserer Reise fast täglich geregnet oder einfach nur geschüttet hat, hatten wir zuerst mit Überschwemmungen zu kämpfen, mussten die Räder oft kilometerlang durch Matschfelder manövrieren und/oder Umwege über die Hauptstraßen in Kauf nehmen. Danach kamen dann die Mücken. Sowas habe ich noch nie erlebt. Einmal lagen wir nachts im Zelt und die ganze Luft hat vibriert. Das haben wir ein paar Tage mitgemacht, dann sind wir ins Hotel gegangen. Ging nicht mehr. Die Viecher haben uns völlig ausgesaugt, da hat nichts geholfen.“

„Rumänien: lebensgefährlicher Verkehr!“

„Und nachdem in Bulgarien die Straßen oft steil und/oder so schlecht waren, radelten wir oft unter 10km/h: und hatten die Blutsauger dann auch noch beim Radfahren am Hals – und auch überall anders. Nur deshalb sind wir auch nicht durch das Donau-Delta gefahren, sondern direkt nach Constanza, ans schwarze Meer. Da erwartete uns dann die nächste Herausforderung: der lebensgefährliche Verkehr. Auf den Straßen war einfach auch kein Platz für uns. Es hat sich aber auch so angefühlt, als hätten die Autofahrer gar kein Interesse daran, uns am Leben zu lassen.“

Ingenieurskunst am Rad und am Bau: der Burj Khalifa in Dubai

Was musste unbedingt mit in die Satteltaschen? Was hat sich besonders bewährt?

Steffi: „Auf jeden Fall die Schwalbe-Marathon-Mäntel. 3 Platten auf 8500 km, da können wir echt nicht meckern! Aber auch der Rückspiegel war wichtig. Überlebenswichtig sogar. Es gab Tage, vor allem an der Küste in Bulgarien und in Rumänien, da habe ich mehr auf den von hinten kommenden Verkehr im Spiegel geachtet, als auf die Straße vor mir. Auch die gefederte Sattelstütze war klasse. Und der Son 28-Nabendynamo mit „The Plug“ USB-Anschluss. So konnten wir jederzeit unkompliziert unsere Powerbank laden. Klick-Pedale und Schuhe hatten wir auch: für mich gibt es da keine Alternative! Auf was ich auf keiner Reise verzichte, ist eine Wärmflasche. Die habe ich zwar nur einmal ausgepackt, aber alleine das Wissen, dass sie dabei ist, hält mich warm. Und ohne unsere Regenkleidung und wasserdichte Socken wären wir wahrscheinlich erst gar nicht in den warmen und trockenen Gegenden angekommen, das war schon echt zum abgewöhnen in den ersten Wochen!“
Frank: „Ebook und Tablet waren wichtig. Und mein 0,5 Liter Flachmann. Der war nur im Iran leer. Gute Ausrüstung, insbesondere ein guter Schlafsack, ein gescheites Zelt und ein robuster guter Kocher sind auf so einer Reise unverzichtbar. Und natürlich ein Schweizer Taschenmesser als Universalwerkzeug.“

Im Moment sind die beiden unterwegs von Dubai nach Indien. Wir werden weiter berichten.

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