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Mit Vermessung zum BestRad.

Ohne das richtige Maß ist alles nichts.

Mit wie viel Fahrspaß und Leichtigkeit Sie auf Ihrem neuen Patria fahren, hängt von der Anpassung an Ihre Körpermaße ab. Unsere Patria-Fachhändler benutzen deshalb eine besondere Messmaschine: den Velochecker.

Sowohl der Fahrspaß als auch die Leichtigkeit, mit der Sie auf Ihrem neuen Patria fahren werden, hängen von der richtigen Anpassung des Rades an Ihre Körpermaße ab. Patria-Fachhändler benutzen deshalb den Velochecker: Eine Messmaschine, mit der sich vor dem Rahmenbau die für Sie idealen Rahmendimensionen ermitteln lassen.
Hier vermitteln wir Ihnen das entsprechende Wissen möglichst transparent, das unterscheidet die Arbeit mit dem Velochecker von anderen am Markt befindlichen Mess-Systemen.

Rahmenhöhe

Der Velochecker ist so gestaltet, dass die Maße aus der Patria-Rahmentabelle (siehe Katalog S. 74/75) mit Hilfe der aufgeprägten Skalen einstellbar sind. Zusätzlich können auch die verschiedenen Sitzrohrwinkel realisiert werden. Da die Sitzposition auf dem Fahrrad wesentlich von der Wahl der Lenkerform abhängt, können auf dem Velochecker auch verschiedene Lenker ausprobiert werden.
Wenn Sie sich für ein bestimmtes Rad entschieden haben, beginnt die Arbeit mit dem Velochecker.

Unser Grundgedanke bei PATRIA: Das Fahrrad soll an den Menschen angepasst werden und nicht umgekehrt.

Wir haben jedem Fahrradmodell eine Sitzhaltung zugeordnet. Dementsprechend sollten Sie anhand ihrer bevorzugten Fahrweise und Sitzposition Ihr neues Fahrrad auswählen.

Zunächst wird bei Ihrem neuen Rad die Rahmenhöhe festgelegt. Bei anderen Herstellern endet an dieser Stelle meist schon der Anpassungsprozess.
Bei Patria beginnt er hier erst. Denn die Rahmenhöhe allein sagt nur wenig darüber aus, wie gut Ihnen Ihr neues Fahrrad passen wird. Eine Faustregel lautet: Wählen Sie bei Diamantrahmen die Rahmenhöhe so, dass Sie über dem Rad stehend noch zwei bis drei Finger breit Luft zum Schritt haben. Wollen Sie eine gefederte Sattelstütze bzw. eine Teleskopstütze verbauen, wählen Sie passend zur Stütze eine kleinere Rahmenhöhe. Alle weiteren Maße werden angepasst.

Sattelhöhe

Die Sattelhöhe entscheidet, ob Sie effektiv und mit wenig Ermüdung treten können. Ein zu tief justierter Sattel kostet Kraft und kann Ihr Kniegelenk schädigen. Als Faustregel sollten Sie bei durchgestrecktem Bein Ihre Ferse auf das unten stehende Pedal stellen können. Da sich die Stellung des Beckens je nach Sitzposition ändert, führen Sie diesen Test in der angestrebten Fahrhaltung durch.

Fußposition

Setzen Sie den Ballen auf das Pedal und treten Sie locker und rund. Wenn Ihr Fuß die niedrigste Pedalstellung durchläuft, sollte Ihr Becken nicht kippeln, sonst ist der Sattel zu hoch. Treten Sie nicht mit Mittelfuß oder Ferse. Sollten Sie dies gewohnt sein, waren Sie bisher mit zu niedrigem Sattel unterwegs. Ihre Muskeln arbeiten am effektivsten, wenn sie mit dem Vorfuß treten und das Bein dabei fast vollständig gestreckt wird. Außerdem kann sich das Sprunggelenk seitlich bewegen und die ebenfalls seitliche Bewegung des Kniegelenks wieder auffangen. Diese findet immer statt, denn das Kniegelenk selbst ist leicht schräg. Erlaubt die Fußstellung keine seitliche Bewegung im Sprunggelenk, wird diese Bewegung des Knies zwanghaft verhindert, was zu Knieproblemen führen kann.

Kniewinkel und Kurbellänge

Nun wird der Kniewinkel in oberer Pedalstellung getestet. Ab der Ein-Uhr-Stellung bringen Sie Kraft für den Antrieb aufs Pedal. Dabei sollte der Kniewinkel nie kleiner als 90° sein, um die Kniescheibe nicht mit zu hoher Last gegen die Gelenkflächen zu drücken.
Der Kniewinkel wird außerdem durch die Kurbellänge bestimmt. Sie sollte maximal ein Fünftel der Beinlänge betragen, sonst wird der Kniewinkel zu eng. Standardkurbeln mit 170 mm sind für die meisten Menschen mit mindestens 80 cm Beinlänge geeignet (ca. 170 cm Körpergröße).
Kleinere Menschen fahren oft mit relativ hohem Sattel. Dabei wird in der tiefen Pedalposition mit stark gestrecktem Fuß gefahren, was oft nicht stört, jedoch ein Kompromiss zur Verhinderung eines engen Kniewinkels in der oberen Pedalposition ist. Wir empfehlen stattdessen kürzere Kurbeln, was bei Schaltung mit 1-fach Kettenblatt möglich ist.

Position zum Tretlager

Kürzere Kurbeln müssen bei der Suche nach der richtigen Geometrie berücksichtigt werden, sie erfordern eine entsprechend höhere Sattelhöhe. Am Velochecker lassen sich Kurbellängen von 150 bis 175 mm einstellen.
Neben der Sattelhöhe ist auch die Sattel-position gegenüber dem Tretlager für sinnvollen Krafteinsatz relevant. Sitzt man zu weit hinter dem Tretlager, schiebt man das Pedal, statt es mit dem Körpergewicht nach unten zu bewegen.
Die Sattelposition wird mit dem Knielot bestimmt. Es ist eine gedachte Senkrechte durch die Mitte der Kniescheibe bei waagerechter Kurbelposition. Dieses Lot sollte durch die Pedalachse und das Großzehengrundgelenk fallen und die Sattelposition entsprechend justiert werden. Reicht der Verstellbereich von Sattelstütze und Sattel nicht aus, sollte der Rahmen mit einem anderen Sitzrohrwinkel gebaut werden.
Bei sehr sportlicher Fahrweise und Sitzposition (Lenker 10 – 13 cm unter Sattelhöhe), sollte das Knielot 2 – 3 cm vor der Pedalachse liegen. Dadurch öffnet sich der Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkel, was die Atmung und die Blutversorgung der Beine verbessert. Bei zu flachem Sitzwinkel arbeitet die Oberschenkelmuskulatur nicht im Gleichgewicht, die Rückseite übt stärkeren Zug aus. Dadurch kippt das Becken nach hinten, Rundrückenhaltung und Beschwerden der Halswirbelsäule können die Folge sein.
Ist die Sattelposition (und die Höhe) bestimmt, darf sie nicht mehr verändert werden, da sie für effektiven Antrieb unerlässlich ist. Es folgt die Einstellung der Sitzposition.

Holland-Sitzhaltung

Die Holland-Sitzhaltung ist betont aufrecht. Die Arme sollten nicht zum Abstützen des Oberkörpers verwendet werden, demzufolge befinden sich die Hände relativ tief und dicht am Körper. Durch diese Handhaltung wird die Oberkörpermuskulatur ähnlich wie beim Reiten oder dem aufrechten Gang gefordert. Die Wirbelsäule hat dabei die natürliche S-Form und ist in der Lage, Stöße abzufedern. Gute gefederte Sättel oder Sattelstützen können dies unterstützen. Als Test lohnt es, den Lenker loszulassen. Der Oberkörper sollte sich dabei kaum bewegen. Ändert er unter der Last seine Position, war die Lenkerposition noch nicht tief bzw. nah genug. Mit einem kürzeren Vorbau oder einem anders geformten Lenker kommen die Hände noch tiefer und dichter an den Fahrer.
Eine hohe Handhaltung bedeutet nicht automatisch einen geraden Rücken, da die Hände einen Teil der Haltearbeit übernehmen. Dies führt zu rundem Rücken und Schulter- oder Nackenproblemen. Außerdem kann die Wirbelsäule Stöße nicht mehr optimal abfedern.

Geneigte Sitzhaltungen

Auch hier ist die S-Form der Wirbelsäule entscheidend für eine entspannte und rückenschonende Sitzhaltung. Oberhalb des Beckens, im Bereich der Lendenwirbelsäule, ist der Rücken nach innen gewölbt. Es entsteht ein natürliches Hohlkreuz (Lendenlordose). Sie ermöglicht den Rückenstreckermuskeln, den Oberkörper geneigt zu halten, ohne dass man sich auf den Händen abstützen muss. Die mögliche Neigung ist stark vom Trainingszustand dieser Muskeln abhängig. Bei schwacher Muskulatur sollte eine höhere Lenkerposition gewählt werden, die jedoch nicht mehr als 15 cm über der Satteloberfläche liegen sollte. Je trainierter die Rückenstrecker, umso geneigter die Sitzposition. Radfahren in richtiger Haltung ist bestes Training für die Rückenmuskulatur. Die Rückenstrecker werden zusätzlich zur Haltearbeit am Oberkörper auch durch das Gegenhalten der Beinkraft und die Beckenstabilisierung trainiert. Die gestreckte Rückenhaltung kann nur bei richtiger Lenkerposition gehalten werden. Zwischen Oberkörper und Oberarmen sollte ein rechter Winkel entstehen, nur so können Oberarme und Schultermuskulatur genügend Stützkraft aufbringen.
Wird dieser Winkel durch zu geringen Lenker-Sattel-Abstand kleiner, wirkt der Körper dem entgegen und drückt den Schulterbereich nach hinten weg. Dabei muss der Kopf in den Nacken gelegt werden, die Arme werden durchgestreckt und die Lendenlordose aufgehoben. Die Rückenmuskulatur kann den Oberkörper nicht mehr tragen, die Last muss von Armen und Händen geleistet werden. Die entstehenden Handgelenkprobleme sind meist Rückenprobleme. Unglücklicherweise suggeriert diese Kompensationshaltung, das Fahrrad sei zu lang, weil die Arme gestreckt sind und der Kopf im Nacken liegt. Das Gegenteil ist der Fall.

Rahmenlänge

Den Abstand Sattel – Lenker variiert man durch verschiedene Vorbaulängen und Lenkerformen. Reicht dies nicht aus, kann der Rahmen auch mit einer anderen Oberrohrlänge gebaut werden.
Mit S-förmiger Wirbelsäule und rechtwinklig anliegenden Armen sollte man in der Lage sein, mit leicht angewinkelten Armen ohne hohe Belastung der Hände auf dem Rad zu sitzen.
Gestrecke Arme und „einrastende“ Ellenbögen sind ein Zeichen für zu hohe Last auf den Händen. Hier kann die Rückenmuskulatur noch nicht kräftig genug für diese Sitzposition sein. Man kann den Lenker etwas höher stellen, dabei sollte der Abstand zwischen Sattel und Lenker aber nicht verändert werden.

Test

Öffnen Sie in der eingestellten Sitzhaltung die Hände und führen sie seitlich vom Lenker weg. Wenn Sie weiter ruhig und mit gleicher Oberkörperhaltung treten können, ist diese Sitzposition auch für längere Strecken geeignet.
Eine neue Sitzposition kann sich ungewohnt anfühlen, doch Haltungen und Bewegungen sind erlern- und trainierbar. Wichtig ist das Erkennen von Zusammenhängen und Fehlhaltungen (runder Rücken). Bei regelmäßiger Fahrt in der neuen Haltung werden Hand- und Rückenprobleme bald der Vergangenheit angehören. Bei Sitzproblemen mit der richtigen Rückenhaltung probieren Sie bitte einen anderen Sattel beim Fachhändler. Der für Sie ungeeignete Sattel sollte nicht eine schlechte Sitzhaltung diktieren, unter der Ihr Rücken leiden würde.

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