27.05.2014

Reisetipps für Paare und Frauen

Mit dem Partner unterwegs oder alleine als Frau? Radreisen in diesen Konstellationen sind spannende Erlebnisse. Damit alles glatt läuft, sollte man nur ein paar Regeln beherzigen – zu finden in den Blogs erfahrener Radreisender. 
Der einsame Wolf hat ausgedient – inzwischen begeben sich immer mehr Paare mit dem Bike auf rollende Wanderschaft, um gemeinsam etwas zu erleben. Das ist meist schön, aber nicht immer ohne Spannungen zu bewerkstelligen. Josh Tack, viel unterwegs mit seiner Partnerin Sarah Raz, hat sich dazu Gedanken gemacht und einige Verhaltensregeln aufgestellt, die wir kurz referieren wollen – Regeln, die sich, wie wir finden, auch im täglichen Leben bestens bewähren. 

Vertraue den Entscheidungen des Partners – auch wenn sie falsch sind. Anstatt vorab einen Konflikt zu provozieren, plädiert Josh Tack dafür, Entscheidungen zu akzeptieren, auch wenn sie einem selbst unklug erscheinen. Vielleicht wird ja ein spannendes Erlebnis draus. 

Sprecht hochachtungsvoll übereinander – besonders, wenn andere dabei sind. Gegenseitige Wertschätzung ist wichtig, vor Dritten schlecht über den Partner zu reden ist dagegen Gift für die Beziehung. Eigentlich selbstverständlich, vor allem, wenn man sich aufeinander verlassen können muss – wie auf der Radreise eben. 

Seid spontan – kleine Überraschungen erhellen den Alltag. Auch den auf der Reise, denn naturgemäß gibt es auch hier nicht nur Sonnentage. 

Die Aufgaben verteilen – noch etwas, das selbstverständlich klingt, aber sehr wichtig ist. Wer schlecht kocht, kann ja nach dem Essen saubermachen. So lassen sich Stärken und Schwächen ausbalancieren. 

Macht einen Tag Pause – also mal runter vom Rad. Dabei kann man neue Energie tanken, das ist auf der Radreise genauso notwendig wie im Alltag!

Sprachen wir eben vom einsamen Wolf? Dessen weibliches Gegenstück gibt es durchaus auch; viele Frauen scheuen sich allerdings, solo auf Reisen zu gehen. Die Amerikanerin Eszter Horanyi hat schon mehr als 100 Tage (und Nächte) alleine mit dem Rad im Freien zugebracht, war in Gegenden unterwegs, deren Wildheit wir als Mitteleuropäer kaum ermessen können. Ihre Regeln für Frauen unterwegs sind so hilfreich, dass sie hier kurz dargestellt werden sollen. 

Kontakt halten, sich nicht zu weit rauswagen – Wer alleine unterwegs ist, tut gut daran, eine ungefähre Reiseroute zurückzulassen und sich regelmäßig zu melden. So wissen die Daheimgebliebenen, dass sie sich nicht sorgen müssen – und wann es an der Zeit ist, einen Suchtrupp loszuschicken. Alleinradlerinnen sollten allzu unbekanntes Terrain meiden.

Unauffällig kleiden – Die Angst, belästigt oder angegriffen zu werden, fährt bei vielen Frauen mit. Eszter Horanyi weiß aus eigener Erfahrung: Ein pinkfarbenes Trikot, das "ich bin ein Mädchen und allein unterwegs" schreit, ist nicht unbedingt die beste Wahl. Unauffällige Kleidung macht einen zwar nicht unsichtbar, erschwert es eventuell übelwollenden Autofahrern jedoch, beim Vorbeifahren zu sehen, ob da ein Mann oder eine Frau radelt. 

Keine Angst im Dunkeln – Bei Langstreckenfahrten hat Eszter gelernt: Gerade in den frühen Morgenstunden fahren so wenige Autos auf den Straßen, dass man als Radlerin sicher unterwegs ist.

Beim Übernachten Abstand halten – Wer im Freien übernachtet, sollte sein Lager abseits der Straße oder des Trails aufschlagen, am besten außerhalb der Reichweite von Autoscheinwerfern. 

Keine Angst vor Mensch und Tier – Auf ihren Touren durch die Wildnis hat Eszter Horanyi eine beruhigende Erfahrung gemacht: Die meisten Menschen sind gut, wollen einem eher helfen als schaden. Und wilde Tiere gehen den Menschen meistens aus dem Weg. Das klingt doch sehr beruhigend ... und zwar für alle Geschlechter.



29.04.2014

Gelassen und alarmbereit

Mehr Zeit als andere Menschen hat Dan Kieran auch nicht. Der britische Schriftsteller ist Vater zweier Kinder und muss ins Büro, ist also nicht gerade ein unabhängiger Lebemann. Doch die Zeit, die er hat, will er optimal nutzen – und das tut er, indem er es langsam angehen lässt.
Im Interview mit der "Zeit" berichtet Kieran davon, wie er durch seinen Unwillen zu fliegen die Vorzüge der Eisenbahn entdeckte: reisen statt sich fortbewegen, kleine und große Erlebnisse unterwegs statt die gestresste Auswahl sehenswerter Ziele. Für ihn ist das Sich-treiben-lassen die beste Möglichkeit, auf Neues zu stoßen und scheinbar Bekanntes genauer wahrzunehmen – etwa, wenn ihn seine dreijährige Tochter an die Hand nimmt und durch die Straßen ihres Wohnviertels führt.
Radreisenden werden diese Gedanken nicht fremd sein, ist Radfahren doch entschleunigtes Reisen in Reinform. Sei es die Kurztour daheim oder die Expedition: Radfahrer sind näher dran an ihrer Umgebung, bewegen sich in einem Tempo, das bestens geeignet ist, um vielfältige Eindrücke mit allen Sinnen aufzunehmen. Und sie befinden sich in genau jenem "Zustand leichter Alarmbereitschaft", den der Autor empfiehlt. Von Dan Kierans Plädoyer können Radfahrer also vor allem eines mitnehmen: auch mal planlos unterwegs zu sein, ohne Karte und GPS einen Weg zu suchen, selbst wenn man hin und wieder in einer Sackgasse landet. Vielleicht wartet gerade dort eine spannende Entdeckung ...

PS: Passt ja bestens zum Thema, dass wir uns mit Bericht über den Zeitungsartikel einige Zeit gelassen haben ...

 

 

 


22.04.2014

Blaues Buch statt blaues Wunder

 "Hilf mir, es selbst zu tun", lautet ein Leitsatz der Montessori-Pädagogik, der sich, wie wir finden, gut auf das Thema Fahrradwartung und -reparatur übertragen lässt. Das Fahrrad ist eines der letzten technischen Geräte, an die man mit Sachverstand und einiger Erfahrung selbst Hand anlegen kann, und diese Chance sollten alle Radfahrer ergreifen. Gute Anleitungen sind jedoch rar – eine, die wir gerne empfehlen wollen, ist "Das Blaue Buch der Fahrradtechnik" von C. Calvin Jones. Denn dieser Leitfaden durch die unterschiedlichen Baugruppen ist so reich und klar illustriert, dass beim Durchblättern manchmal das Gefühl aufkommt, man stehe in der Werkstatt und blicke dem Monteur über die Schulter.

Auf den rund 240 Seiten geht es vor allem um Sporträder, doch da deren Technik in vielen Aspekten jener der Alltags- und Tourenräder gleicht (Schaltung, Antrieb, Cockpit usw.), muss man weder Rennradler noch Mountainbiker sein, um von den Anleitungen und Hinweisen zu profitieren. Was wir jedoch vermissen, ist ein Kapitel, das sich mit der Beleuchtung beschäftigt – hier wäre eine Erweiterung wünschenswert, die sich idealerweise in der vierten Auflage finden könnte. Dass hinter dem Buch der Werkzeughersteller Park Tool steht, dessen Produkte auf so ziemlich jedem Bild zu sehen sind, tut der guten Sache keinen Abbruch. Das Blaue Buch kostet 24,95 Euro und ist im Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich. 


17.04.2014

Terra-Traum-Tour mit atemberaubenden Bildern (2)

Aus der Mail von Jasmin und Christian Leitner mit 50 (!) Bildern haben wir ja bereits berichtet und uns seinerzeit dafür entschieden, die schönsten Bilder in einer kleinen Serie zu zeigen. Aber nicht klassisch der Route, sondern einem Motto folgend. Den Auftakt machte das Leitmotiv "Schulterblick". Nun folgen zehn Bilder unter dem Motto "Anstieg".  Allesamt nicht weniger atemberaubend und eher mitreißender, meint man doch beim Betrachten der Bilder die Steigung zu spüren und das Gefühl, sich Serpentine um Serpentine nach oben zu schrauben. Der gesamte Abwechslungsreichtum der Landschaften, welche die Leitners durchqueren, wird eindrucksvoll dargestellt – und weckt sofort Fernweh beim Betrachter:

 

Mehr über die Reise von Jasmin und Christian Leitner kann man in diesem Zeitungsartikel erfahren.


25.02.2014

Unser Randonneur ist Testsieger bei aktiv Radfahren

 

 

Eine Gattung unter den Reiserädern fasziniert uns besonders: der Randonneur. Diese Mischung aus dem flotten Dahingleiten eines Rennrades mit der Freiheitsliebe und dem Entdeckergeist eines Reiserades gewährt einen einzigartigen Radgenuss. Mit dieser "Liebe" sind wir nicht alleine. In der neuesten Ausgabe der aktiv Radfahren haben die Experten aus der Redaktion insgesamt acht Randonneure einem ausgiebigen Test unterzogen. Wir freuen uns sehr, dass unser Randonneur die hohen Erwartungen der Tester mit Bravour erfüllen konnte:

"Die Verarbeitung ist spitzenklasse, was die Lotstellen der Muffen und zahlreiche durchdachte Details zeigen. Die Gabel fügt sich in das Chassis durch ihre schlanke und gemuffte Bauweise perfekt ein."

Und nicht nur die Erscheinung des Rades gefiel, auch auf Tour erntete unser Testrad Lob:

"Im Patria nimmt der Fahrer sportlich gestreckt und trotzdem bequem Platz. Das bringt im Alltag gute Übersicht und solide Kraftübertragung. Der Rohrsatz zeigt sich im Antritt sehr steif und ist auch mit schwerem Gepäck nicht aus der Ruhe zu bringen."

So liest sich das Fazit wie eine Adelung:

"Der Randonneur ist in der Testkonfiguration auf zügige Asphalttouren ausgelegt und begeistert dort mit ausgewogener Geometrie, der für Stahlrahmen hohen Steifigkeit und mit toller Ausstattung.  (...)  In Summe aller Eigenschaften ein überragendes Rad!"

Mit diesem Fazit erklärten uns die Tester von aktiv Radfahren zum Testsieger. Herzlichen Dank für diese tolle Auszeichnung. Den kompletten Test finden Sie in der aktiv Radfahren (Ausgabe März 2014, ab Seite 24). Das Heft ist im Zeitschriftenhandel zu bekommen oder hier im Abonnement.