10.03.2015

Prototypenbau in Echtzeit: Ein Crosser in acht Stunden

(Patria Cyclocrosser vor dem Rückenwind Leipzig) Eines Wintermorgens ging unser Rahmenbauchef Uli durch die Löterei und murmelte vor sich hin: "Ich würd mir ja eigentlich gern mal einen Crosser bauen." Das ist an sich noch nichts Ungewöhnliches, denn zwischen Muffen, Rohren und einem ganzen Lager an Fahrradkomponenten fällt es nicht besonders schwer, sich immer wieder neue Räder auszudenken. Was an dem Wintermorgen anders war, ist die Antwort: "Mach doch!" schallte es aus einer anderen Ecke und spätestens da hatte es den Uli gepackt. Geometrie entwickeln, Konstruktion durchrechnen, Muffen und Rohre zusammenstellen, Fräsen, Feilen, Löten: Das alles hat Uli dann ziemlich schnell erledigt und am Nachmittag des trüben Wintertages stand dann tatsächlich der erste Patria-Crosser - korrekt gesagt: ein Querfeldeinrad bzw. Cyclocrosser - in der Montage. Dass die Probefahrt nicht lange auf sich warten ließ, versteht sich von selbst. Inzwischen ist das rote Renngerät mit Scheibenbremsen und profilierten Reifen sogar schon richtig herumgekommen, in der vergangenen Woche war es zum Beispiel bei unserem Händler Rückenwind in Leipzig zu Gast. Wenn sich solche Entwicklungen einmal rumsprechen, will eben jeder mal probieren. Was sich aus dem roten Blitz einmal entwickeln wird, das können wir jetzt noch nicht sagen. Was wir aber sicher wissen: Manchmal sind wir ziemlich froh, dass unser Musterbau genau wie unsere Serienfertigung nicht auf anderen Kontinenten stattfindet, sondern im Nebengebäude. Das hält die Kommunikationswege wunderbar kurz, bremst Ideen nicht aus und bedeutet vor allem, dass kleine Verbesserungen nach sorgfältiger Prüfung sofort in die Serienfertigung einfließen können. Denn Fertigung und Entwicklung haben bei uns eine Adresse. Dafür nehmen wir gern in Kauf, dass es manchmal auch im Büro nach Flussmittel riecht. Dieser Geruch hat ja auch seine Freunde.
06.02.2015

Helios Pinion im RADtouren-Test

Mit dem Pinion-Getriebe ist es ähnlich wie mit der Rohloff-Nabe: Der ursprünglich fürs Mountainbike entwickelte Antrieb wird vor allem von Touren-, Alltags- und Reiseradlern besonders gut angenommen. Man kann darüber mutmaßen, warum das so ist. Liegt es vielleicht daran, dass diese Räder noch extremere Belastungen wegstecken müssen als verhältnismäßig viel gepflegte Mountainbikes mit überschaubaren Einsatzzeiten? Spielt Pinion als witterungsgeschütztes Getriebe vielleicht gerade deshalb seine Vorteile an Tourenrädern aus? Im aktuellen RADtouren Magazin (1/15 Jan./Feb.) sind jedenfalls zehn P1.18-Räder vertreten, darunter unser Helios Pinion. Wir wollen es gleich erwähnen: Den Testsieg haben wir nicht errungen. Doch aufmerksame Leser wissen, dass man jeden Test für sich selbst gewichten muss. Das Testfeld besteht hauptsächlich aus Reiserädern, wir haben mit dem Helios Pinion jedoch ein leichtes Touren- und Alltagsrad eingeschickt. Die Test-Anforderung ließ uns da relativ freie Hand. Mit Betonung auf Zuladung und Geländegängigkeit hätte sich ein Argos Pinion noch etwas besser geschlagen, das Helios hat dafür andere Qualitäten. Zitat aus dem Testbrief:
„Die Möglichkeiten der Individualisierung sind auch beim Helios Pinion konkurrenzlos vielseiteig. Bis hin zum Maßrahmen für 184 Euro Aufpreis ist alles drin. Dabei bildet der in Muffen gelötete Rahmen aus Columbus Zona-Stahl eine schöne und gar nicht schwere Basis. Mit 16,2 Kilo ist das Patria für ein vollausgestattetes Pinion-Bike sehr leicht. Überraschend leichtfüßig auch das Fahrverhalten in unserer Ausstattungsvariante: Mit den schmalen, leichten Reifen stürmt das Rad regelrecht nach vorne.“
Als einziger Hersteller im Testfeld bieten wir bekanntermaßen die Maßrahmen-Option an, in Verbindung mit einer Vermessung beim Händler ergibt das ein überzeugendes Ergonomie-Paket. Gleichzeitig widerlegt das Helios Pinion die These, dass Räder mit gemufften Stahlrahmen schwer sein müssen. Denn im RADtouren-Test bringen nur drei Mitbewerber weniger als unser 16,2 kg leichtes Helios auf die Waage. Unser Fazit: Wer einen sportlich leichten Pinion-Tourer mit Maßoption sucht, ist mit unserem Helios Pinion bestens beraten. Wer die ganz große Reise mit viel Gepäck machen will, greift zum Terra Pinion. Beiden Kunden wird gemein sein, dass sie sehr viel Rad für ihr Geld bekommen werden. Denn so lautet das Fazit der RADtouren-Redaktion:
„Das Patria Helios ist ein sehr guter Allrounder für einen fairen Pries – der liegt trotz vorbildlichem Individualisierungsgrad tiefer als bei einigen anderen.“
PS: Helios und Touros bieten wir auch mit den neuen 9- bzw. 12-Gang-Versionen des Pinion-Getriebes an.
Kategorie: Tests

07.01.2015

Neujahrsgrüße aus Mexiko

"Alles Gute für das neue Jahr wünsche ich Euch aus Guanajuarto im Zentrum Mexikos."
Mit diesen Worten und dem beigefügten Bild grüßt uns Peter Smolka per Mail, die uns gerade in den virtuellen Postkasten flatterte. Damit holt er uns mitten rein ins Jahr 2015. Denn während unsereins sich gerade vorgenommen hat, noch mehr schöne Fahrräder zu bauen, noch mehr Wege mit dem Rad zurück zu legen, berauschende Touren zu fahren und die nächste Radreise zu planen, sind Menschen wie Peter schon weiter: Er sitzt im Sattel und bereist auf einem Patria aus Leopoldshöhe ferne Länder. Feiertagsruhe scheint er nicht zu kennen, oder findet er sie auf dem Fahrrad? Zumindest ist Peter höchst aktiv: Im Rahmen seiner "Tour de Friends" ist er nun schon seit 21 Monaten unterwegs und versorgt uns mit den folgenden Eckdaten:
"- 20 Länder besucht
- 38.000 km geradelt
- keinen Kilometer geflogen (Shanghai - Kanada per Container-Schiff)
- Grußschreiben des Erlanger OBs in zwei von acht Partnerstädten überreicht (Wladimir (Russland) und Riverside (USA))
- für "Ärzte ohne Grenzen" sind im Zusammenhang mit der "Tour de Friends" bisher gut 10.000 Euro gespendet worden
- das "Terra" läuft wie eine Nähmaschine"
Damit hat er uns gleich mehrfach für das neue Jahr motiviert, denn uns gehen solche Nachrichten aus verschiedenen Gründen "runter wie Öl". Machen sie uns doch bewusst, dass zu jeder Jahres-, Tages- und Nachtzeit jemand auf einem von uns gebauten Rad unterwegs zu sein scheint, seinen Horizont erweitert, seine Wege zurücklegt, Spenden sammelt oder sich einfach ein Lied pfeift. Wenn das Rad dann läuft wie eine Nähmaschine, erfüllt es seine nobelste Aufgabe. Darum bedanken wir uns herzlich für die Grüße aus der Ferne und freuen uns auf alles, was in diesem Jahr auf Sie und uns zukommt. Seien es schöne Räder, tolle Touren, lange Reisen oder gewohnte Kurzstrecken: Wir wünschen unseren Kunden, Händlern, Angestellten, Interessenten und allen, die sich ein Lied im Sattel pfeifen, ein frohes neues Jahr!
"Herzliche Grüße
   Peter"
Beste Grüße nach Mexiko!
Kategorie: Reiseberichte

15.12.2014

Unser Lastenrad heißt Pickup!

Die Namenswahl für das Patria Lastenrad ist abgeschlossen: Liebe Leserinnen und Leser, begrüßen Sie den Patria Pickup! Es war wirklich nicht einfach: Über hundert Namensvorschläge haben wir sortiert, gruppiert und auf uns wirken lassen. Und wir müssen ehrlich sagen: Es waren viele tolle Ideen dabei. Aus einer ersten Gruppe der Favoriten haben wir unsere Champions gewählt und in diesem Zuge auch gleich die Namensrechte geprüft. Das hat einige andere Vorschläge gleich wieder aus der Wahl genommen. Jetzt haben wir den Pickup und sind sehr glücklich mit dem Ergebnis. Denn der Name passt gleich in mehrerlei Hinsicht. Die erste Assoziation ist sicher ein Auto, das zum Lastentransport gemacht ist. Diese Assoziation ist gut und wichtig, denn sie signalisiert: Unser Lastenrad kann es in Sachen (Transport-)Leistungsdaten mit einem Auto aufnehmen. Denn die meisten Autos werden im Alltag maximal für einen Wochenendeinkauf genutzt, der sich wunderbar mit unserem Pickup auf zwei Rädern bewältigen ließe. Theoretisch ist zwar bei Jeeps mit Ladefläche mehr Zuladung möglich, in Städten ist man damit aber sehr langsam unterwegs und hat zudem lästige Parkplatzsorgen. Hier ist unser Rad im Vorteil, man könnte auch fragen: Ist das Lastenrad der Pickup des 21. Jahrhunderts? Die zweite passende Assoziation liegt im Namen selbst: "To pick up" bedeutet, etwas aufzunehmen, einen Teil einer Strecke also ohne Zuladung zurückzulegen, und dann vor Ort Waren einzuladen und mit ihnen weiterzufahren. Der Clou: Genau für solche "Mischfahrten" ist unser Pickup gemacht, denn er lässt sich durch die flexible Ladefläche der jeweiligen Fahrt anpassen. Ohne Zuladung und mit verkürztem Radstand wendig zum Baumarkt, mit zwei Säcken Rindenmulch auf der ausgefahrenen Transportfläche weiter zum Garten? Kein Problem für den Patria Pickup. Das dritte Argument für den Namen liegt in der Sprachmelodie: Patria Pickup, das spricht sich einfach schön und rund. Und wenn ein Name gut klingt und von seiner Bedeutung auch noch gut die Aufgaben eines Rades umschreibt, dann ist er ganz offensichtlich die richtige Wahl. Darum: Patria Pickup. Der Pickup steht kurz vor der Serienfertigung. Er wird wird sowohl mit Naben- als auch mit Kettenschaltung erhältlich sein. Als E-Option bieten wir die Ausstattung mit einem GO SwissDrive-Motor an. Wir kalkulieren zur Zeit die Preise für die verschiedenen Ausstattungsoptionen und werden diese bekannt geben, sobald sie feststehen. Der Pickup wird seine Alltagsqualitäten im wahrsten Sinne des Wortes entfalten: Wir arbeiten an einer faltbaren Tasche und an einem Kindersitz, der an den Faltmechanismus angepasst ist. Auch für den Kindertransport wird also gelten: Wird die Ladefläche nicht benötigt, kann der Patria Pickup mit verkürztem Radstand gefahren und abgestellt werden. Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich für die rege Beteiligung an unserer Namenssuche bedanken. Ein hoffentlich glücklicher Leser kann sich auf eine ausgiebige Werksführung in Leopoldshöhe und eine besondere Überraschung freuen. Wir melden uns per Email dazu.
Kategorie: Lastenrad PickUp

03.12.2014

Hundert Namen für ein Lastenrad

Während es draußen kalt wurde, erreichte uns eine überwältigende Zahl an Namensvorschlägen für unser Lastenrad. Wir sind begeistert von der regen Beteiligung und werden in Kürze den Modellnamen bekannt geben. Dann steht auch fest, wer die Werksführung und die Überraschung gewonnen hat. Vorher haben wir aber noch unseren Diplomanden Michael Manck dazu befragt, warum er sich gerade dieses Projekt herausgesucht hat:
„Das Fahrrad bietet einem so viele Möglichkeiten. Es ist Hightech zum Anfassen. Die Effizienz ist bis heute unerreicht, sei es hinsichtlich Fortbewegung oder Nachhaltigkeit. Es macht jeden sofort unabhängiger und jeder gefahrene Kilometer glücklicher. Ich kenne nichts, was da auch nur annähernd mithält. Diese Vorteile auch für Transportzwecke zu nutzen begeistert mich. Der Ansatz ist nicht neu, aber notwendiger denn je.“
 Zu Patria ist Michael aus diesen Gründen gekommen:
 „Mir war klar, dass ich in die Fahrradbranche wollte. Ich musste gewissermaßen dorthin. Ich stehe dahinter, alles andere motiviert mich einfach nicht. Und ich wollte in eine Firma, die traditionell im eigenen Haus fertigt. Auch musste die Möglichkeit bestehen, dort eine Diplomarbeit schreiben zu können. Ich brauchte einen Mentor mit akademischer Ausbildung. Im Grunde gab es zu Patria keine Alternative.“
Wie man sieht, passt Michael mit seinem Projekt wunderbar zu Patria. Er ist durch und durch Fahrradmensch:
 „In der Kindheit bin ich immer sehr viel mit dem Rad unterwegs gewesen. Dann kamen erst einmal Moped- und Autoführerschein. Kurz danach bin ich Rallye gefahren, dabei hatte ich Konditionsprobleme. Um diese zu beheben, bin ich wieder aufs Fahrrad gestiegen. Und dann ging alles ganz schnell, das Fahrradfieber hatte mich wieder. Inzwischen habe ich über 20 Länder mit dem Rad bereist und fahre deutlich mehr Kilometer mit dem Fahrrad als mit dem Auto.“
Über so einen Diplomanden können wir uns nur freuen. Denn wir können mit Michaels Hilfe ein Kapitel der Patria-Historie wieder beleben, das weit zurück reicht. So stießen wir im Herbst durch Zufall auf ein echtes Stück Geschichte: Natürlich mussten wir schmunzeln, als wir dieses Patria-Bäckerrad entdeckten. Es ist ein gutes Gefühl, unsere Transportradtradition weiter zu führen. Inzwischen ist auch die englischsprachige Website bikerumor.com auf unseren Prototypen aufmerksam geworden
It’s a clever design, particularly considering the steering mechanism works regardless of wheel position.
Höchste Zeit also für die Modelltaufe. Wir sind fast im Ziel.
Kategorie: Lastenrad PickUp