21.05.2015

Ein Touros mit Optionen ...

... stand kürzlich bei uns in der Fertigung. Es zeigt exemplarisch, welche (Antriebs-)Kombinationen bei Patria möglich sind. Basis dieses Rades bildet unser leichtes Touros, das aus hochwertigen Columbus Zona-Rohren gefertigt wird. Nicht umsonst heißt das Touros intern auch "leichter Gleiter". Vor allem beim Antrieb wurde aus dem Vollen geschöpft: Ein Pinion P1.18-Getriebe ist an unserer selbst entwickelten Getriebeaufnahme verschraubt. Damit schaltet man 18 Gänge per Dreh aus dem Handgelenk, das Getriebe läuft witterungsgeschützt in einem Ölbad im Tretlager und ist besonders günstig positioniert: Im Zentrum des Rahmens, möglichst tief. Die Kraftübertragung übernimmt ein Gates Center Track Riemen, der im Unterschied zur klassischen Kette ohne Schmierung und mit erhöhter Laufleistung die Tretkraft aufs Hinterrad überträgt. Dazu wurde im Hinterbau eine spezielle Kupplung eingebaut, denn der Riemen lässt sich nicht wie eine Kette teilen und vernieten. Somit muss er in den Hinterbau "eingefädelt" werden. Am Hinterrad wird die Tretkraft des Fahrers von einem GoSwissDrive-Motor verstärkt. Nach dem Pedelec-Prinzip schlägt die Steuerelektronik des Systems Kraft auf, abhängig vom Druck auf dem Pedal. Das sorgt dann für das berühmte "E-Bike-Grinsen", auch wenn es sich streng genommen bei diesem Touros um ein Pedelec handelt. So entsteht ein Touros mit ausgeprägten Leichtlaufeigenschaften, elektrischem Rückenwind und maximal wartungsarmem Antriebsstrang. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen fehlten nur noch Rücklicht, Steuerdisplay und zwei Pedale. Inzwischen ging das individuelle Touros auf die Reise zum Kunden. Wir wünschen allzeit gute Fahrt!
Kategorie: Touros

06.05.2015

Patria im Radio: Rahmenbau noch und nöcher

Im Januar war Günter Beyer vom Deutschlandradio Kultur bei uns zu Gast und hat für ein Feature zum Thema Fahrradindustrie in Deutschland recherchiert. Herausgekommen ist ein halbstündiges Hörstück, das der Fahrradproduktion in Deutschland auf den Grund geht: Fahrradboom und Fahrradindustrie - Vom Drahtesel zum "Bike" Darin heißt es:
Fahrradherstellung heißt nicht zwingend Massenproduktion. Entgegen dem Branchentrend behaupten sich noch einzelne Unternehmen, die jeden einzelnen Rahmen nach dem persönlichen Aufmaß des künftigen Fahrers aus Stahl schmieden. Zum Beispiel die kleine Manufaktur Patria aus Bielefeld.
"Schmieden" verstehen wir hier symbolisch als Metallverarbeitung und -veredelung. Jedoch erlauben wir uns anzumerken, dass es in diesem Absatz das "noch" gar nicht gebraucht hätte. Sicher, Rahmenbau hat gerade hier in der Bielefelder Region eine lange Tradition. Vielleicht kennen wir dieses "noch" gerade deshalb schon seit vielen Jahren, wenn über uns und unsere Produktionsweise geschrieben und gesprochen wird. Trotzdem impliziert das kleine Wort den Gedanken, dass etwas sich dem Ende zuneigt, eben "noch" da ist und in nicht allzu ferner Zukunft verschwunden sein wird. Das mag für einige andere Hersteller zutreffen, die den Rahmenbau ausgelagert haben. Für Patria hat das "noch" keine Bedeutung. Denn wir spüren die Vorteile und den Aufschwung des feinen Stahlrahmenbaus - auf Wunsch auf Maß - in jeder Saison. Stetige Modellpflege, das Eingehen auf Sonderwünsche oder die an den Körpermaßen orientierte freie Maßgeometrie: Es gibt für uns und vor allem unsere Kunden viele Argumente, die für die "In-House-Produktion" sprechen. Denn wir halten es nach wie vor für den besseren Weg, das Herzstück des Fahrrads, den Rahmen, auf den zukünftigen Fahrer und Einsatz anzupassen, anstatt lediglich Komponenten an Standardrahmen zu variieren. Dass wir - und andere selbst bauende Hersteller - eine traditionelle Fertigungsweise anwenden, aber eben auch weiter entwickeln, beweisen viele kleine Details. Augenfällig wird das Potenzial spätestens bei der Integration modernster Komponenten. So werden immer mehr Räder mit Pinion-Getriebe oder Shimano-Steps-Antrieb bestellt, die wir dank selbst entwickelter Aufnahmen auch an Maßrahmen verbauen können. Diese Kombination wäre schlicht unmöglich, würden wir unsere Rahmen von anderen Kontinenten beziehen. Und auch eine Entwicklung wie der Pickup ist für uns nur durch kurze Wege zwischen Werkstatt und Konstruktionsprogramm vorstellbar. Wir sind uns auch nicht sicher, ob wir wirklich gegen den Branchentrend arbeiten. Zwar produzieren sehr viele große Firmen außer Haus, der Rahmenbau in Kleinserie erlebt aber sehr wohl einen neuen Aufschwung. Das lässt sich zum Beispiel an Rahmenbaumessen wie der NAHBS in den USA oder der Bespoked in Großbritannien ablesen, auch auf der Berliner Fahrradschau ist der Handmade-Bereich eine feste und unserem Eindruck nach wachsende Größe. Und Seiten wie der Stahlrahmen-Blog scheinen keine Mühe zu haben, über immer mehr Stahlrahmenbauer zu berichten. Bitte sehen Sie uns also die penible Kritik an einem kleinen Wort nach. Wir schreiben sie hier in den News nieder, weil uns das "noch" schon seit mindestens zwei Jahrzehnten begleitet. Allein schon diese Zeitspanne bestätigt uns in der Gewissheit, dass Stahl als Rahmenmaterial im besten Sinne zeitlos ist. Das Wörtchen "noch" beißt sich an unserem Lieblingswerkstoff ganz einfach die Zähne aus. Und jetzt viel Spaß mit dem sehr interessanten Radiobeitrag. Wir freuen uns, dass das Fahrrad Sendezeit im Radio bekommt und wir mit dabei sein dürfen.
Kategorie: Rahmenbau Rahmenbau

22.04.2015

Lachsorange in Holland

Am vergangenen Wochenende waren wir beim Internationalen Cargo Bike Festival in Nijmegen/Holland zu Gast. Kurz zuvor war die Kleinserienproduktion unseres Pickup angelaufen. Darum wollten wir den Pickup nun auch den Lastenradkennern auf ihrem Festival vorstellen. Dafür sind wir mit unserem grauen Prototypen und einem Serienmodell in E-Version nach Holland gefahren. Der E-Pickup wurde mit einem GoSwiss Drive-Heckmotor und einer Zehngang-Shimano-Deore-Schaltung ausgestattet. Beschichtet haben wir das Rad in RAL 2012 „Lachsorange“. Unser angehender Ingenieur und Entwickler Michael Manck hatte alle Hände voll zu tun, die Besucher mit Informationen und Hintergrundwissen zu versorgen. Am Patria-Stand herrschte ständiger Betrieb und die beiden Pickups im Vergleich – oft stand ein Rad in Kurz- und eines in Langform – sorgten für Aufsehen. So erschlossen sich Funktion und Vorteile den meisten Standbesuchern sehr schnell und sie waren vor allem an technischen Details und „Falten in Echtzeit“ interessiert. Insgesamt sind wir von der positiven Stimmung auf dem Lastenradfestival begeistert. Die vielen verschiedenen Konstruktionen und Ansätze zeigen, dass das Thema Transport mit dem Fahrrad vielleicht aktueller denn je ist. Zugeparkte Innenstädte, wachsende Bevölkerung und gestiegenes ökologisches Bewusstsein verlangen nach Antworten und suchen sich diese eben auch im Neu-Denken des Fahrrads als Transportmittel. Dieser kreative Prozess findet parallel in vielen Köpfen und Firmen statt, in Nijmegen war sehr schön ein aktueller Stand der Entwicklung zu sehen. Wir freuen uns, dass wir dabei sind und unseren Teil beitragen können. Unsere Idee in Sachen Lastenrad: Ein Fahrrad auf die Räder zu stellen, das eine hohe Zuladung erlaubt und sich trotzdem wie ein „herkömmliches“ Fahrrad abstellen lässt. Denn die Infrastruktur ist – so vorhanden – für klassische Räder gemacht. Der Pickup passt dazu und wird wie angekündigt am kommenden Wochenende auf der Spezi in Germersheim in zwei Versionen zu sehen sein.
Kategorie: Lastenrad PickUp

07.04.2015

Mit dem Pickup auf die Spezi

Die Spezialradmesse in Germersheim ist eine feste Adresse für alle, die an alternativer Mobilität interessiert sind. Wobei wir vielleicht besser "clevere Mobilität" sagen sollten: Wer weiß denn schon, wie lang zum Beispiel Lastenräder noch als Alternative wahrgenommen werden, vielleicht gehören sie ja demnächst zum ganz selbstverständlichen Stadt- und Straßenbild? Nun ist ein Fahrrad an sich fast selbstverständlich eine schlaue Angelegenheit, ein Lastenrad wie unser Pickup ist dann aber nochmal besonders clever. Nimmt es doch bis zu 120 kg Zuladung auf und lässt sich trotzdem fast so platzsparend abstellen - oder ohne Zuladung fahren - wie ein herkömmliches Fahrrad. Damit ist es eine Ernst zu nehmende Alternative zum Auto, oder eben: Einfach clever. Und darum fahren wir in diesem Jahr zum ersten Mal auf die "Spezi" nach Germersheim, wo ziemlich viele clevere Fahrradkonzepte zu bestaunen sind. Für den Ausstellerkatalog haben wir eine Anzeige gestaltet, die kurz und knackig den Pickup auf den Punkt bringt. Wie sich der Pickup fährt und faltet, das kann man ganz einfach am Patria-Stand ausprobieren. Wir sehen uns also am 25. und 26. April auf der 20. Spezialradmesse in Germersheim in Halle 3 am Stand 7. Und natürlich auf der Teststrecke.
Kategorie: Lastenrad PickUp

27.03.2015

Ein Stück Weltreise für alle

Mit den Weltreisen ist es meistens so: Die einen tun es und die anderen träumen davon. Und die, die es tun, müssen oft davon erzählen, damit die, die es nicht tun, sich für ein paar Stunden der Vorstellung hingeben können, sie würden es tun. Es ist schon ein ziemlich starkes Freiheitsversprechen, das da mitschwingt, wenn jemand "Weltreise mit dem Fahrrad" sagt. Aber es ist eben auch für viele Menschen unvorstellbar oder nur schwer möglich, monate-, ja jahrelang all die Verpflichtungen des Alltags aufzugeben und einfach loszufahren. Die gute Nachricht: Jan und Karina von nie-mehr-radlos.com haben sich für das Ende ihrer Weltbefahrung etwas ganz besonderes ausgedacht. Sie geben uns die Möglichkeit, für ein paar Stunden und Tage Teil ihrer Weltreise zu sein. Eine kleine Alltagsflucht sozusagen mit erfahrenen Reiseradlern, bei der die Grenzen zwischen Weggefahrenen und Hiergebliebenen sicher verschwimmen werden. Hier ihre Einladung:
Liebe Freunde, Bekannte und Interessierte,

nach fast vierjähriger Fahrradweltreise kommen wir endlich nach Hause! Am Sonntag, den 17. Mai rollen wir wieder in Taunusstein bei Wiesbaden ein!

Wir werden mehr als den mittleren Erdumfang (40.074 km) durch 32 Länder geradelt sein. Unsere Räder rollten bei eisigen -16 und kochenden 50 Grad. Dabei bekamen wir 50 Platte, vier mal brachen uns Speichen und eben so oft wechselten wir unsere Reifen. Unzählige Male hingegen wurden wir eingeladen, beschenkt, mit lieben Worten und neuen Freunden gesegnet!

Unsere Erlebnisse sind unbezahlbar und werden uns ein Leben lang mit einzigartigen Erinnerungen begleiten!

Die letzten Tage unserer Weltreise möchten wir ein Stückchen davon mit euch teilen und die Menschen dabei haben, die unseren Reise von zu Hause verfolgt haben oder sie währenddessen zu dem Wunder gemacht haben, das sie heute ist!

Deshalb laden wir euch hiermit offiziell für \"Ein Stückchen Welt\" ein :)!

Genauere Infos und wie wir uns das vorstellen findet ihr direkt unter folgendem Link oder natürlich auf unserer Homepage:

http://1drv.ms/15ARi23

Wir freuen uns riiiiiesig auf dich!!!

Bis ganz bald

Jan &
Karina
Wir finden, das klingt vielversprechend und geben eine ganz klare Empfehlung ab. Einfach mal für ein paar Tage ins Weltreisevergnügen reinschnuppern? Nie war das einfacher. Viel Spaß mit Jan und Karina!
Kategorie: Reiseberichte