07.12.2011

Von der Freude, ein Fahrrad zu fahren

Fahrrad fahren zu können ist für die meisten von uns selbstverständlich. Doch es gibt Menschen, die das Velo auch im Erwachsenenalter nicht beherrschen, weil ihnen das als Kind nicht beigebracht wurde. Die Schaumberger Zeitung berichtet von einem Integrationskurs für Migrantinnen in Rinteln, in dessen Rahmen den Teilnehmerinnen auch die Beherrschung eines Velos beigebracht wird.

Welch euphorisierende Wirkung die neu entdeckte Freiheit auf zwei Rädern haben kann, wird in dem Artikel ("Fahrrad fahren war schon immer mein Traum") sehr deutlich:

Fragt man Nurten Demirel, was Fahrradfahren für sie bedeutet, braucht sie nicht lange zu überlegen. „Freiheit“, sagt die in der Türkei geborene Rintelnerin. „Ich bekomme dabei einfach den Kopf frei und denke an gar nichts. Das ist fast schon eine Therapie“, fügt sie lachend hinzu. Und von der lässt sie sich auch nicht lange abhalten.

Mit Unterstützung der örtlichen Polizei lernen die Damen auf einem Übungsparcours die Beherrschung des Zweirads. Zur Sicherheit sind die Sättel der geliehenen Räder sehr tief eingestellt, um im Zweifelsfall mit beiden Füßen auf den Boden kommen zu können.

Immer wieder ist lautes Lachen zu hören, und viele strahlen über das ganze Gesicht, während sie ihre Runden drehen. Vor allem Nurten Demirel hat allen Grund, sich zu freuen. Ihr Mann hat versprochen, dass er ihr ihr Traum-Fahrrad kauft, wenn sie wirklich Fahrrad fahren lernt. Und sie hat es geschafft. „Das sind dieselben Glücksgefühle wie damals in der Türkei, als ich Pferde geritten bin“, sagt sie. Ihr Dank gilt der Kursleiterin und den Polizisten. „Dafür, dass sie das ermöglicht haben.“

Wir finden diese Meldung überaus erfrischend. Verdeutlicht sie uns doch, welches Glück im Zweirad liegt, auch wenn wir uns auf täglichen Fahrten längst daran gewöhnt haben mögen, es sicher steuern zu können.

Ob Frau Demirel demnächst mit ihrem Mann bei einem Patria-Fachhändler vorbeischaut?


06.12.2011

Sicher ist sicher

Fahrradabstellräume in Mietshäusern sind oftmals überfüllt. Jede Mietpartei hat einen Schlüssel und dementsprechend gelten diese Räume als nicht besonders sicher. Vor allem Mieter in größeren Häusern schrecken davor zurück, sich ein wirklich gutes Fahrrad anzuschaffen, da die Diebstahlgefahr in den Velomassenunterkünften zu hoch ist. Was aber, wenn der Hauseigentümer auf dem Abstellen im Fahrradraum besteht?

Das Amtsgericht Münster hat jetzt entschieden,

dass der Mieter das Fahrrad weiterhin in seinem eigenen Keller abstellen dürfe. Das Fahrrad habe einen erheblichen Wert und passe zudem auch nicht in den normalen Fahrradständer.

Zwar können wir der Aussage des Gerichts, dass hochwertige Räder per se weniger bewegt werden als einfachere, nicht folgen. Doch als Hersteller solcher Räder können wir es nur begrüßen, dass dem Besitzer hier die Unterbringung im eigenen Keller ermöglicht wurde. Wir hoffen auch, dass es im Streitfall nicht bei der zitierten Ausnahme dieser Unterbringung bleibt.

Wer Fahrräder nicht nur als Freizeitgüter, Sportgeräte und Spielzeuge begreif, sondern als ernstzunehmende, ja hoch effiziente und umweltfreundliche Verkehrsmittel, muss eine wirklich sichere Unterbringung ermöglichen. Glücklicherweise setzt sich diese Wahrnehmung des Fahrrads immer weiter in der Gesellschaft durch. Insofern werden Vermieter in Zukunft gar nicht umhin kommen, ihren Mietern den sorgsamen Umgang mit dem Velo zu ermöglichen.


28.11.2011

Von Herberge zu Herberge

Das Tolle am Internet ist seine Offenheit für Engagement. Die Wikipedia ist ein großes Beispiel dafür, wie im Netz Wissen und Gutes geschaffen wird. Doch nicht nur dort passiert das. Oftmals bedarf es nur einer cleveren Idee und schon wird das Netz wieder ein Stück praktischer. Und es ist dann am besten, wenn es uns im "richtigen Leben" weiter hilft.

Ein Paradebeispiel für solches Engagement ist Danny Alexander Lettkemann. Der Betreiber der Website tourenradfahrer.de und Nutzer der Radroutenplattform bikemap.net wollte von Jugendherberge zu Jugendherberge fahren. Ganz real, draußen in der Natur. Die Planung gestaltete sich schwieriger als gedacht, denn die Herbergen waren in den Onlinekarten nicht verzeichnet.

Also habe ich mich mit Bikemap und dem DJH in Verbindung gesetzt. Dank dem Einverständnis vom Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) und der Umsetzung von Bikemap.net sowie meine Überarbeitung der Liste ist es nun ganz einfach seine Radtour von Jugendherberge zu Jugendherberge zu planen. (Zitat)

Als begeisterte Tourenradfahrer sagen wir an dieser Stelle einfach mal Danke. Solche Ideen und solches Engagement machen nicht nur das Netz besser, sie vereinfachen uns auch den Alltag. Oder eben die Ferien.

PS: Übrigens, neben der großen Wikipedia gibt es auch die tolle Wikipedalia.


25.11.2011

In 1001 Tagen um die Welt

Nicole Franke und Andreas Pieper fahren um den Globus. Seit dem 15. März 2009 sind sie auf ihrer ganz persönlichen Reise zum Horizont. Nach dem Studium haben sich die beiden genau 1001 Tage Zeit genommen, um möglichst viel von der Welt zu sehen. Zur Zeit beenden sie ihre letzte Etappe in den USA, hier ein Video aus Chile:

Nicole und Andreas sind auf zwei unserer  Terra unterwegs. Sie schreiben auf ihrer Seite:

Wir haben uns damals sehr bewusst fuer Fahrräder der Marke "Patria" entschieden. Uns war klar, dass der Erfolg unserer Reise auch von der Qualitaet und der passenden Geometrie des Fahrrades bzw. dem damit verbundenen Fahrspass abhängt. Durch die angepasste Geometrie sind wir "eins" mit den Rädern und können problemlos tagelang im "Sattel" verbringen. Mit unseren Patriarädern haben wir zudem zwei zuverlässige Fortbewegungsmittel auch auf schwierigen Etappen. [...] Ausserdem schätzen wir das klassische Design eines gemufften Stahlrahmens. Für uns hat dieser einen besonderen ästhetischen Wert.

Wir wünschen Nicole und Andreas auch auf den letzten Meilen ihrer Reise viel Spaß und viele schöne Eindrücke. Wir freuen uns, dass wir zu ihrer wunderbaren Welterfahrung beitragen konnten.


24.11.2011

Städteschnellverbindung

Es gab eine Zeit, da waren die Straßen schlecht und Radfahrer damit sehr unzufrieden: Die Straßen waren von Schlaglöchern, Pferdemist, Kutschen und Autos überfüllt. Die Radfahrer formierten sich und sorgten dafür, dass sie eigene Wege bekamen. Diese waren glatter, schneller und sicherer als die Straßen ihrer Zeit.

Die Radwege unserer Zeit verleugnen ihr Wurzeln all zu oft. Sie sind weder sicher, noch komfortabel oder gar zügiger zu befahren als die Straße. Die Wegeführung kann sich meist nicht zwischen Effizienz und Genuss entscheiden ... 

Doch es mehren sich die Indizien einer Rückbesinnung: Am 23. November 2011 fand der "Fachdialog Radschnellwege" statt: Die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg und das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung luden zu einem bundesweiten Fachdialog zu Radschnellwegen mit internationalen/nationalen Experten und Fachbeiträgen ein.

Sofort startet vor unserem geistigen Auge ein Film: Man biegt mit seinem leichten Helios auf den Radschnellweg. Keine Kanten, keine Ampeln, ein feiner pfeilschneller Asphalt, rechts und links der Schulter ausreichend Platz, statt parkender Autos säumen schicke Windbrecher den Radweg und ausreichend große Schilder lassen sich auch bei flotter Fahrt gut lesen ... ein wunderbarer Tagtraum!

Es gibt sogar schon eine Machbarkeitsstudie zu den Radschnellwegen.

(Fotomontage: Geplanter Radschnellwegabschnitt in Göttingen  - Copyright: Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) )

Welche Freude für den Radfahrer und welche Schnäppchen für den Staat. Schlappe 300.000 Euro kostet ein Kilometer Radschnellweg, ein Kilometer Autobahn wird mit fünf bis zehn Millionen Euro veranschlagt!