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Von Knoten zu Knoten
Die Niederlande sind Vorreiter in Sachen Fahrradinfrastruktur. Was sich im kollektiven Radlerbewusstsein längst eingenistet hat, wird immer wieder durch clevere Radverkehrslösungen bewiesen. Ein solches "holländisches Radlerbonbon" ist das Knotenpunktsystem. Ein kleines Video dazu auf Englisch:
Da fragt man sich doch: Warum sind nicht alle Radroutensysteme derart gestaltet? Wie für die meisten schlauen Einfälle gilt auch für diesen: Sinnvoll vereinfacht nehmen die Knotenpunktrouten der Navigation ihren Schrecken. Man hangelt sich von Punkt zu Punkt durchs Netzwerk und kommt ohne viel Orientierungsaufwand ins Ziel.
Wie der Radspannerei-Blog meldet, expandiert das Knotenpunktsystem jetzt nach Deutschland:
Nach holländischem Vorbild wird 2012 im Rhein-Kreis Neuss flächendeckend das Knotenpunktsystem zur Markierung der Strecken im Radverkehrsnetz Nordrhein-Westfalen eingeführt. Kartenlesen war gestern, in Zukunft braucht man zur Vorbereitung einer Fahrradtour lediglich die Nummern der Knoten auf einen Zettel zu schreiben. Und los gehts.
Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung berichtet, dass der erste Knotenpunkt bereits eingerichtet sei. Außerdem würden auch die ADFC-Karten entsprechend angepasst:
Die Radwanderkarte für den Rhein-Kreis und die ADFC-Regionalkarte "Niederrhein Süd" sollen bis zum Sommer aktualisiert werden – mit Knotenpunkten. Zur Vorbereitung einer Tour wird es dann reichen, sich die Nummern der Knoten auf einen Zettel zu schreiben und abzufahren. Und die Karte bleibt daheim.
Weitere Informationen zum Knotenpunktsystem gibt es auf Deutsch hier und auf Englisch hier. Und wann gibt es die ersten Knotenpunkte bei uns in Bielefeld?
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein gesundes neues Jahr!
Patria Terra in RADtouren 1/12 getestet
Das Radreise-Magazin RADtouren hat in seiner Januar-Ausgabe 2012 neun Reiseräder getestet. Patria ist mit dem Terra dabei und hat mit einem "gut+" abgeschnitten.

Besonders gelobt wird unser klassisch gemuffter Stahlrahmen mit seinen feinen Details. Auch Geländegängigkeit wird dem Terra bescheinigt und das Rad allen, die auf feine Verarbeitung stehen, anempfohlen.
Offensichtlich überzeugt auch unser Online-Konfigurator, das breite Fachhändlernetz und die Möglichkeit zu Probefahrt und Vermessung mit dem Velochecker vor Ort.
Wir freuen uns sehr über dieses gute Ergebnis!
Unsere Weltreisenden sind zurück
Nicole Franke und Tobias Pieper sind wieder in Deutschland angekommen. Die beiden Weltumradler, die auf zwei unserer Terra den Globus ostwärts umrundeten, wurden am vergangenen Wochenende in Oldenburg empfangen. Die Stadt war auch Ausgangspunkt ihrer Reise.
Sie waren genau 1.001 Tage unterwegs und haben 49.263 km zurückgelegt. Die Westdeutsche Zeitung berichtet von ihrer Wiederankunft in Oldenburg.
Es war ein Leben als Radnomaden, wie die beiden sich gern nannten – einfach und überschaubar. Täglich entdeckten sie Neues und Unbekanntes, genossen die permanente Abwechslung. „Dabei war das schönste Erlebnis wohl die Gastfreundschaft auf der ganzen Welt“, resümiert Nicole Franke, die wie ihr Freund Landschaftsökologie studiert hat.
Nicole und Tobias scheinen, obwohl sie eine atemberaubend lange Strecke zurückgelegt haben, auch die Erfahrung der Reduktion gemacht zu haben.
„Wir haben erlebt, dass wir einfach leben können“, sagt Pieper. Zwei Jahre und neun Monate lang zehrte das Paar überwiegend von Erspartem, jobbte zwischendurch und ergänzte mit Hilfe einiger Sponsoren die Ausrüstung.
Wir unterstützten diese Reise gern und freuen uns, dass unsere beiden Räder klaglos ihre Spuren um den Globus zogen. Für uns ist es ein tolles Gefühl, dass unsere Fahrräder solche Erfahrungen möglich machen und durchstehen. Willkommen zurück!
Von der Freude, ein Fahrrad zu fahren
Fahrrad fahren zu können ist für die meisten von uns selbstverständlich. Doch es gibt Menschen, die das Velo auch im Erwachsenenalter nicht beherrschen, weil ihnen das als Kind nicht beigebracht wurde. Die Schaumberger Zeitung berichtet von einem Integrationskurs für Migrantinnen in Rinteln, in dessen Rahmen den Teilnehmerinnen auch die Beherrschung eines Velos beigebracht wird.
Welch euphorisierende Wirkung die neu entdeckte Freiheit auf zwei Rädern haben kann, wird in dem Artikel ("Fahrrad fahren war schon immer mein Traum") sehr deutlich:
Fragt man Nurten Demirel, was Fahrradfahren für sie bedeutet, braucht sie nicht lange zu überlegen. „Freiheit“, sagt die in der Türkei geborene Rintelnerin. „Ich bekomme dabei einfach den Kopf frei und denke an gar nichts. Das ist fast schon eine Therapie“, fügt sie lachend hinzu. Und von der lässt sie sich auch nicht lange abhalten.
Mit Unterstützung der örtlichen Polizei lernen die Damen auf einem Übungsparcours die Beherrschung des Zweirads. Zur Sicherheit sind die Sättel der geliehenen Räder sehr tief eingestellt, um im Zweifelsfall mit beiden Füßen auf den Boden kommen zu können.
Immer wieder ist lautes Lachen zu hören, und viele strahlen über das ganze Gesicht, während sie ihre Runden drehen. Vor allem Nurten Demirel hat allen Grund, sich zu freuen. Ihr Mann hat versprochen, dass er ihr ihr Traum-Fahrrad kauft, wenn sie wirklich Fahrrad fahren lernt. Und sie hat es geschafft. „Das sind dieselben Glücksgefühle wie damals in der Türkei, als ich Pferde geritten bin“, sagt sie. Ihr Dank gilt der Kursleiterin und den Polizisten. „Dafür, dass sie das ermöglicht haben.“
Wir finden diese Meldung überaus erfrischend. Verdeutlicht sie uns doch, welches Glück im Zweirad liegt, auch wenn wir uns auf täglichen Fahrten längst daran gewöhnt haben mögen, es sicher steuern zu können.
Ob Frau Demirel demnächst mit ihrem Mann bei einem Patria-Fachhändler vorbeischaut?
Sicher ist sicher
Fahrradabstellräume in Mietshäusern sind oftmals überfüllt. Jede Mietpartei hat einen Schlüssel und dementsprechend gelten diese Räume als nicht besonders sicher. Vor allem Mieter in größeren Häusern schrecken davor zurück, sich ein wirklich gutes Fahrrad anzuschaffen, da die Diebstahlgefahr in den Velomassenunterkünften zu hoch ist. Was aber, wenn der Hauseigentümer auf dem Abstellen im Fahrradraum besteht?
Das Amtsgericht Münster hat jetzt entschieden,
dass der Mieter das Fahrrad weiterhin in seinem eigenen Keller abstellen dürfe. Das Fahrrad habe einen erheblichen Wert und passe zudem auch nicht in den normalen Fahrradständer.
Zwar können wir der Aussage des Gerichts, dass hochwertige Räder per se weniger bewegt werden als einfachere, nicht folgen. Doch als Hersteller solcher Räder können wir es nur begrüßen, dass dem Besitzer hier die Unterbringung im eigenen Keller ermöglicht wurde. Wir hoffen auch, dass es im Streitfall nicht bei der zitierten Ausnahme dieser Unterbringung bleibt.
Wer Fahrräder nicht nur als Freizeitgüter, Sportgeräte und Spielzeuge begreif, sondern als ernstzunehmende, ja hoch effiziente und umweltfreundliche Verkehrsmittel, muss eine wirklich sichere Unterbringung ermöglichen. Glücklicherweise setzt sich diese Wahrnehmung des Fahrrads immer weiter in der Gesellschaft durch. Insofern werden Vermieter in Zukunft gar nicht umhin kommen, ihren Mietern den sorgsamen Umgang mit dem Velo zu ermöglichen.



