Holland-Sitzhaltung
Wer eine betont aufrechte Sitzhaltung bevorzugt, oder aus gesundheitlichen Gründen empfohlen bekommen hat, sollte darauf achten, daß die Arme in diesem Falle nicht zum Abstützen des Oberkörpers verwendet werden sollen. Das bedeutet, daß sich die Hände relativ tief und dicht am Körper befinden sollten.
Das ist die klassische Hollandradposition (Bild 4). Der Oberkörper wird durch diese Handhaltung nicht in seiner Balance gestört, sondern gefordert, so daß die Rückenmuskulatur, ähnlich wie beim Reiten oder beim aufrechten Gang, aktiv bleiben muss.
Die Wirbelsäule hat bei dieser Haltung die natürliche S-Form und ist dadurch in der Lage, Stöße optimal abzufedern. Ein gut gefederter Sattel oder eine gefederte Sattelstütze kann hier von Vorteil sein.
Als Test sollte man die Hände öffnen und vom Lenker lösen. Wenn die Hände vorher locker auf den Griffen gelegen haben, wird sich der Oberkörper dabei kaum bewegen.
Sollte der Oberkörper jedoch „automatisch“ seine Position verändern, um die Last zu tragen, war die Lenkerposition noch nicht optimal. Der Lenker muss dann möglicherweise noch tiefer und dichter an den Fahrer heran gebracht werden. Das erreicht man entweder mit einem kürzeren Vorbau oder mit einem entsprechend anders gestalteten Lenker.
Wenn der erneute Test keine Veränderung der Oberkörperhaltung mehr mit sich bringt, ist für die Holland-Sitzposition die Arbeit mit dem Velochecker an diesem Punkt beendet.
Eine hohe Handhaltung bedeutet nicht automatisch einen geraden Rücken, da die Position der Hände dem Oberkörper die Haltearbeit wegnimmt. Eine hohe Hand- / Armhaltung führt zu rundem Rücken und zu Schulter- und Nackenproblemen. Außerdem wird die Wirbelsäule in einer unnatürlichen Form belastet und kann Stöße nicht optimal abfedern.
